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Bosko Skoko

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15/06/2022

Jeden Tag Geschichte schreiben

Storytelling im Alltag

Storytelling im Alltag
Lesen Sie in diesem Blog-Artikel über den vielfältigen Einsatz von Storytelling und wie Sie im Alltag davon profitieren können.

Where the story unfolds

Storytelling ist so alt wie die Menschheit selbst: egal ob auf Höhlenmalereien, beim gemeinsamen Reflektieren am Lagerfeuer oder die Gute-Nacht-Geschichte, die wir unseren Kindern erzählen. Geschichten unterhalten uns, sie geben Halt und Orientierung und unterscheiden Gut von Böse, indem sie eine Moral vermitteln.

Bevor wir uns dem möglichen Einsatz von Storytelling in unserem Alltag widmen, macht es Sinn, einen Blick auf unterschiedliche Einsatzmöglichkeiten dieser Technik zu werfen:

1. Storytelling in der Kunst

Egal ob Dramen von Shakespeare, Ibsen oder Brecht, große Heldenreisen in Filmen wie E.T., Harry Potter und Top Gun oder andere Kunstformen wie Malerei, Mode oder Architektur – das Erzählen einer Geschichte und das Vermitteln einer Aussage sind Basis und Kern jeglicher Kunst. Eine lebendig erzählte Geschichte gewinnt die Aufmerksamkeit und Konzentration anderer Menschen leichter als eine nüchterne Ansprache. Wir versuchen, den Handlungsablauf, den Sinn und die Metapher zu erfassen und die darin enthaltene Weisheit zu verstehen. Auch wenn wir nicht jede Einzelheit konkret verstehen, werden wir dennoch den Kern der Geschichte begreifen und mit diesem wieder in unseren Alltag zurückkehren.

2. Storytelling in der Therapie

Storytelling wird in der narrativen Psychologie als therapeutische Technik verwendet. Dabei wird der therapeutische Dialog zwischen Therapeut*in und Klient*in als gemeinsamer Erzählvorgang betrachtet. Geschichten sind Basiserfahrungen. Geschichten bestimmen, wie sich Menschen verhalten, wie sie fühlen und wie sie Sinn aus neuen Erfahrungen konstruieren. Gemeinsam entwickeln Therapeut*in und Klient*in diesem Dialog neue, alternative Erzählungen, die den Handlungsspielraum erweitern und somit helfen können, Probleme zu lösen.

3. Storytelling in Unternehmen

In der Wirtschaft werden Geschichten oft strategisch dazu eingesetzt, um Traditionen, Werte und eine Unternehmenskultur zu vermitteln. Organisationen erzählen Geschichten rund um ihren Ursprung, ihr Angebot oder ihre Mitarbeitenden, um Ressourcen zu wecken, aber auch um Konflikte in einer Metapher bildhaft und „unter die Haut gehend“ erfahrbar zu machen. Ziel dabei ist es idealerweise, Lösungswege aufzuzeigen. Im Vergleich zu abstrakter Information haben Geschichten den Vorteil, verständlicher zu sein, stärker im Gedächtnis zu bleiben sowie Sinn und Identität stiften zu können.

Storytelling im Alltag

Wie können wir Storytelling nun in unserem Alltag nutzen, um uns strategisch zu positionieren und unsere Werte klar zu kommunizieren? Hier finden Sie drei Beispiele:

Wer bin ich?

Natürlich können Sie vor einem Vortrag, in Kennenlern-Runden am Seminar oder beim Bewerbungsgespräch ihren Lebenslauf chronologisch „hinunterbeten“. Besser aber erzählen Sie eine Geschichte. Spannende Persönlichkeiten stellen sich gerne mit ihrer persönlichen Geschichte vor. Sie schildern, warum sie hier sind und was sie treibt. Manche von ihnen schaffen es, ihre eigene Story so zu verdichten, dass sie in einem Satz zusammengefasst werden kann: „Ich bin XY und ich helfe Personen und Organisationen dabei, sich zu entfalten.“ oder „Mein Name ist XY und ich liebe es, mit Worten zu tanzen.“ Das Schöne daran: Man kann damit auch bewusst einen Anker setzen und immer wieder auf die eigene Story referenzieren.

Brief an mein künftiges Ich

Indem man sich selbst einen Brief in die Zukunft schreibt, setzt man sich nicht nur mit dem aktuellen Status Quo auseinander, sondern bekommt zusätzliche Gedankeninputs. Gerade ein Brief an das eigene Ich im hohen Alter und damit der potenzielle Rückblick auf eine kumulierte, beinahe abgeschlossene Story kann viele spannende Fragen aufwerfen: Wer gehört zu den wichtigsten Protagonisten in meiner Story? Welche Abschnitte sind prägend und wichtig? Welchen Beitrag habe ich geleistet? Was hinterlasse ich? Habe ich in meiner ganz persönlichen Story die Schwerpunkte so gesetzt, dass ich auf ein erfülltes und glückliches Leben zurückblicke?

„Es war einmal…“

Wenn die Kernaussage eines Märchens einen gelernten Inhalt unterstützt, kann es Sinn machen, dieses Märchen im Rahmen einer Präsentation, einer Rede oder eines Meetings einzubauen oder Teile davon zu zitieren. Vielleicht ist es Ihnen auch schon mal passiert, dass Sie beim abendlichen Vorlesen eines Kinderbuches die „Moral der Geschichte“ auf gerade Gelerntes oder Gesprochenes ummünzen konnten. Und wer mit Rotkäppchen, Rumpelstilzchen oder Schneewittchen nichts am Hut hat, setzt Witze, Anekdoten oder Alltagsgeschichten zur Untermauerung des Gesagten oder Gelernten ein.

Die Moral von der Geschichte

Um mit einem Zitat von Abraham Hicks zu enden: „The life I live is created by the story I tell.“ Scheuen Sie sich nicht davor, Ihre Geschichten mit anderen zu teilen. Probieren Sie es im nächsten Gespräch oder Ihrer nächsten Präsentation aus! Storytelling zu nutzen, kann Ihnen dabei helfen, klarer zu kommunizieren und im Gedächtnis zu bleiben. Seien Sie sich im Klaren darüber, was Sie vermitteln möchten, und betten Sie diesen Kern dann in eine spannende, kuriose oder außergewöhnliche Geschichte ein. So vermitteln Sie Inhalte griffiger und emotionaler. Wichtig ist am Ende jedoch vor allem Authentizität. Das heißt: Die Geschichte sollte zu Ihnen passen und das Erzählen sollte Ihnen Spaß machen.

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Bosko Skoko

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15/06/2022

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